Jobcast mit Dr. Julian Schneider aus dem Bereich M&A
Julian: Es steht immer im Hintergrund, dass ein Unternehmen gekauft werden soll oder teilweise auch, dass ein größeres Unternehmen eine Sparte oder ein Portfoliounternehmen verkaufen möchte. Und man kriegt natürlich, obwohl man sich „nur“ die Finanzen anschaut, trotzdem einiges mit, was in dem Unternehmen sonst so passiert – sei es über das Geschäftsmodell oder die Gründe, warum diese Transaktion stattfinden soll. Das finde ich super interessant.
Host: Du hörst Julian, der bei Deloitte im Bereich Mergers & Acquisitions tätig ist und dir aus seinem Arbeitsalltag erzählt.
Julian: Ein sehr cooles Projekt war eins, bei dem es um Konsumgüter ging. Das war ein Startup – genau so ein Projekt, bei dem wir uns ein paar Wochen mit dem Geschäftsmodell auseinandergesetzt haben, natürlich immer in Bezug auf die Finanzkennzahlen.
Die Transaktion hat dann tatsächlich erfolgreich stattgefunden, wobei wir als Abteilung, die mit der Erstellung des Due-Diligence-Reports beauftragt ist, eigentlich nicht davon profitieren, ob das Unternehmen letztendlich verkauft wird oder nicht.
Aber es ist immer ein Highlight, wenn man im Nachhinein auf LinkedIn liest, dass das Unternehmen tatsächlich gekauft oder verkauft wurde. Dann sieht man, dass die eigene Arbeit tatsächlich Früchte getragen hat.
In der Regel ist es so, dass man auf der Consultant- oder Senior-Consultant-Ebene mit den Excel-Workbooks beschäftigt ist. Das bedeutet, man verwaltet die Daten und bereitet sie auf.
Im Rahmen des Reports ist dann meistens der Manager eher damit betraut, zu formulieren, was uns die Zahlen eigentlich sagen.
Wenn man an der Uni arbeitet und vor allem mit seiner eigenen Forschung beschäftigt ist, arbeitet man oft sehr viel allein vor sich hin. Bei Deloitte ist man hingegen den ganzen Tag mit seinem Team im Austausch.
Ich habe vor allem gelernt, so zu arbeiten, dass ich meine Aufgaben direkt an Kolleg:innen übergeben kann, die dann nahtlos daran weiterarbeiten können, ohne viel Zeit darauf verwenden zu müssen, die Aufgaben erst nachzuvollziehen.
Was ich bei Deloitte relativ cool finde, ist, dass man die Möglichkeit hat, ein Berufsexamen wie den CFA (Chartered Financial Analyst) oder den ACCA zu machen.
Ich persönlich möchte den CFA machen, und dafür bekommt man eine finanzielle Förderung für die Lernmaterialien und die Klausuranmeldung. Außerdem bekommt man eine Freistellung.