Re:Future. Re:Economy Podcast mit Andreas aus dem Bereich Stabsstelle A&A
Intro: You Got Mail!
An: Andreas Wermelt, Partner Audit & Assurance, Audit Transformation Lead, Deloitte Düsseldorf
Betreff: Wie geht Innovation im Audit-Bereich?
Interviewerin (tippt E-Mail): Lieber Andreas, ich hab keine richtige Ahnung, aber eben schon eine Vorstellung davon, was Wirtschaftsprüfer und -prüferinnen so den ganzen Tag machen.
Akten wälzen, Zahlen in Taschenrechner tippen, hin- und herjetten, aber sieht deine Arbeit wirklich so aus?
Ich glaube längst nicht mehr, oder?
Schließlich wandelt sich unsere Welt so schnell und mit ihr auch die Wirtschaft. Viele deiner Kunden stecken doch schon längst in der digitalen Transformation. Sie nutzen KI, Big Data, eigene Algorithmen.
Sie brauchen sicher auch einen Wirtschaftsprüfer, der sich im Digitalen genauso gut auskennt, wie sie selbst. Schon allein, damit ihm keine Zahlen durchrutschen.
Aber seid ihr bei Deloitte schon so weit? Wie sieht deine Arbeit denn heute au Und wie wird sie in der Zukunft aussehen?
Da fehlt mir noch ein konkretes Bild. In deiner Mail schriebst du mir das Wirtschaftsprüfende den Wandel der Wirtschaft aktiv mitgestalten und dass die digitale Transformation die Wirtschaft und die Berufsfelder revolutioniert.
Aber wie ganz genau? Erfindest du in deinem Job als Audit Transformation Leader auch neue Produkte und Prozesse? Ich kann mir das einfach nicht richtig vorstellen. Wie sieht das denn ganz konkret aus? Kannst du mich erhellen?
Intromusik
Interviewerin: Ja spannende Fragen hast du da bekommen Andreas, verrat mir doch erst mal: Was machst du als Wirtschaftsprüfer denn ganz genau und warum machst du das gerne?
Andreas: Ja, Wirtschaftsprüfung ist manchmal schon so ein bisschen ein dröges Thema, wenn man das von außen betrachtet und nicht so genau weiß, worum es geht. Aber wenn man sich da mal ein bisschen mit beschäftigt, dann ist das schon ziemlich cool und das versuche ich mal zu erklären. Die Unternehmen müssen insbesondere, börsennotierte Unternehmen müssen Jahresabschlüsse erstellen, auf die sich dann Investoren stützen mit ihren Investitionsentscheidungen. Also wenn dann eben halt so ein Unternehmen in der Bilanzpressekonferenz dann die neuen Zahlen vorstellt, dann sind natürlich alle interessiert daran, dass die richtig sind und dafür ist der Wirtschaftsprüfer da.
Als Unabhängiger schaut er nämlich drauf und stellt fest, ob das tatsächlich so ist, dass die Zahlen richtig sind und somit ich sage mal die Lage des Unternehmens sauber reflektieren und das ist ein ziemliches Brett, was man da bohrt als Wirtschaftsprüfer, denn, und darum mache ich das eigentlich so gerne, denn man muss dieses Unternehmen natürlich in seiner ganzen Tiefe verstehen.
Wie funktioniert das Unternehmen? Womit verdient es sein Geld? Wie werden die Abläufe im Unternehmen abgebildet, wie wird das Unternehmen geführt und wie endet das dann hinterher am langen Ende in dem Jahresabschluss? Und dafür ist es natürlich dann erforderlich, sich mit dem ganzen Laden auseinanderzusetzen. Risiken zu identifizieren für materielle Falschdarstellungen, um dann zu gucken was kann ich als Prüfer eigentlich tun, um diese Risiken dann mit Prüfungshandlungen abzusichern?
Und das ist dann, ja, das ist eine riesen Dienstleistung für die Unternehmen selbst, weil wir da natürlich auch, ich sag mal, Feedback geben können, aber, und das ist am langen Ende natürlich brutal wichtig, der Wirtschaftsprüfer oder die Wirtschaftsprüferin und seine oder ihre Tätigkeit ist dafür da eben halt, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Aufgabe ist so extrem spannend und ja, das ist der Grund, warum ich das gerne mache.
Interviewerin: Jetzt wurde ja in der Mail an dich eben schon so ein bisschen die Klischeekeule rausgeholt, also da wurde davon gesprochen, dass du vielleicht noch in den Taschenrechner tippst oder den ganzen Tag Akten wälzt.
Ich glaube, so sieht dein Beruf ja schon lange nicht mehr aus. Wie hat der sich denn in den letzten Jahren gewandelt?
Andreas (schmunzelt): Einen Taschenrechner habe ich immer noch, aber nicht mehr so als solchen, sondern immer im iPhone. Da gibt es so eine Taschenrechner-App, die brauche ich tatsächlich weiterhin noch. Aber wie hat sich der Beruf gewandelt, war die Frage. Ja, Digitalisierung ist da eigentlich das große Stichwort, weil alles das, was in der Vergangenheit analog in Unternehmen stattgefunden hat, das wird zunehmend immer mehr digitalisiert. Das kennen viele von uns, indem sie früher ihre alten Platten mittlerweile eben halt als MP3s abgebildet haben, und genau das machen die Unternehmen mit ihren Transaktionen und Abläufen eben genauso. Alles ist digital. Die Geschäftsmodelle der Unternehmen sind auch teilweise basierend auf digitalen Leistungen, die sie erbringen. Das nennt sich mittlerweile sozusagen die „Click-Economy“ und diese Digitalisierung führt natürlich dazu, dass wir als Prüfer, wenn wir uns mit dem Unternehmen beschäftigen, mittlerweile in digitalen Daten „waten“. Habe ich mir mal aufgeschrieben, also wir „waten“ in Daten, und genau das ist das, was wir brauchen, um dann eben halt die Prüfung durchzuführen.
Die Prüfung selbst wird digital. Was wir früher in Stichproben gemacht haben, indem wir uns dann Rechnungen angeguckt haben, als Belege, diese Rechnungen sind ja jetzt alle als digitale Datensätze vorhanden. Und ja, dann kann ich die mir alle angucken, muss nicht nur eine Stichprobe machen und dann sind wir beim Stichwort Massendatenanalyse. Und dann besteht dann die Kunst darin, in diesen ganzen Daten eben halt Dinge zu erkennen, die für uns als Abschlussprüfer und Abschlussprüferinnen wichtig sind. Taschenrechner gibt es da ab und zu auch noch, aber wir haben dann eben einen ganz großen Taschenrechner im Einsatz.
Interviewerin: Jetzt fragt die Mail ja auch danach, ob ihr bei Deloitte überhaupt schon so weit seid. Auch eine ganz ketzerische Frage, aber welche Entwicklungen haben denn deinen Job in den letzten Jahren wirklich deutlich vereinfacht?
Andreas: Also ich bin ja jetzt schon etwas länger dabei. Deswegen kann ich schon sehr weit zurückschauen und habe im Grunde genommen die volle Bandbreite der technologischen Weiterentwicklung miterlebt. Ich kenne es noch aus einer Zeit, wo die Prüfer und Prüferinnen noch keine PCs selber hatten, aber eben halt die Einführung der PCs, die Nutzung von Microsoft Office, war so der erste Schritt. Mittlerweile sind wir natürlich nicht mehr nur beim PC, sondern in der Cloud und wir benutzen eben halt nicht nur Microsoft Office, sondern auch Kollaborationssoftware, wie wir jetzt hier Microsoft Teams im Einsatz haben und ähnliche Dinge.
Und dazu muss ich mal kurz den Hintergrund erklären, warum das so wichtig ist. Wir Prüfer und Prüferinnen, wir arbeiten immer in einem Team zusammen und arbeiten alle im Grunde gemeinsam an einer großen „Prüfungsakte“, in Anführungsstrichen, mit der wir nachweisen, wie wir die Dinge vorantreiben. Und das hat früher über Ordner stattgefunden. Heute ist das alles digitalisiert, und das ist dann diese Kollaborationssoftware, die wir einsetzen, die uns im Grunde genommen als Team viel stärker integriert arbeiten lässt. Dann auch noch in der Cloud abgebildet, sodass ich im Grunde an einem Dokument mit mehreren Leuten gleichzeitig arbeiten kann. Das ist natürlich ein riesiger Schritt nach vorne gewesen.
Und dann gibt es natürlich auch diverse Applikationen. Also für die Zuhörer:innen hier, die sich das noch nicht so richtig vorstellen können: Die meisten kennen Excel, aber es gibt auch „Excel on Steroids“, würde ich mal sagen. Das sind so Prüfer-Software-Dinge, die wir nutzen, um Datenanalysen durchzuführen, die uns dann dabei helfen, die Prüfung sauber durchzuführen. Und das gibt es dann in allen möglichen Facetten – mit Zugriff auf Börsendaten, mit Zugriff auf, ich sag mal, Prüfungsstandards, die die Workflows abbilden. Also das ist schon ein ziemlicher Knaller, was sich da in den letzten Jahren entwickelt hat.
Interviewerin: Dein Job ist ja anscheinend auch eine ziemliche Detektivarbeit, wenn ich dir so zuhöre. Was machst du denn, wenn die Daten mal nicht stimmen?
Andreas: Nachfragen. Ich glaube, nachfragen ist das Allererste, weil wir haben häufig die Situation, dass – ja, so ein Unternehmen ist kompliziert, die Abläufe sind mannigfaltig. Man muss als Erstes mal die Fakten richtig bekommen. Das bedeutet, wenn mir Dinge auffallen, die nicht funktionieren, wo die Daten nicht meinen Erwartungen entsprechen, muss ich die Situation verstehen, um nicht in sogenannte „false positives“ hineinzulaufen. Ich setze mich mit dem Mandanten zusammen und fange an, darüber nachzudenken: Was ist denn das eigentlich für ein Problem, das wir hier gesehen haben? Ist das ein systemischer Fehler? Oder ist das System nicht richtig angewendet worden? Und wenn das System nicht richtig angewendet wurde, ist das unabsichtlich passiert oder ist das absichtlich passiert? Wenn es absichtlich passiert ist, dann sind wir natürlich im Bereich Fraud. Aber „in a nutshell“: extrem viel Interaktion mit dem Kunden, gemeinsam durch die Prozesse zu gehen, den Sachverhalt zu verstehen. Aber dann natürlich auch – und du hattest am Anfang auch danach gefragt – einiges an Akten wälzen. Das gehört dann dazu.
Interviewerin: Die Welt wandelt sich ja derzeit unfassbar schnell und mit ihr ja auch die Wirtschaft. Woher weißt du denn – und du bist ja auch Audit Transformation Leader bei Deloitte, was in Zukunft im Audit wichtig wird? Also: Wie informierst du dich? Woher nimmst du deine Inspiration für Neuerungen?
Andreas: Ja, die Frage hatte ich zu einem gewissen Maße erwartet und habe mir mal Gedanken darüber gemacht, wie versuche ich das mal bildlich zu beschreiben, dass sich die Zuhörer:innen eine Vorstellung davon entwickeln können. Also Deloitte muss man sich wie so einen Bienenstock vorstellen. Da sind unglaublich viele Kolleg:innen, die da rumschwirren und sich mit allen möglichen Fragestellungen der Digitalisierung, der Zukunft, der Unternehmensentwicklung oder der BWL auseinandersetzen. Das sind ja nicht nur wir Prüfer und Prüferinnen. Da sind unsere Tax-Experten, da sind unsere Consulting-Leute, da sind unsere Corporate-Finance-Leute, da gibt es Risikospezialist:innen, Techniker:innen und alle Menschen, die da tätig sind, arbeiten häufig zusammen und durch diese multidisziplinäre Sichtweise kriegt man natürlich auch unglaublich viel mit, weil alle auch irgendwo draußen beim Kunden sind und die neuesten Entwicklungen sehen.
Das ist im Grunde genommen, ja, das ist ja so ein Bienenstock an Innovation, der da stattfindet. Und dann stolpert man über interessante Dinge und geht dann auch häufig mit marktführenden Unternehmen, wie zum Beispiel Apple oder auch Celonis eben Kooperationen ein, um dann bestimmte Dinge zu entwickeln und die Sachen nach vorne zu bringen – in Laborbedingungen, aber auch dann in echt. Und das ist das, was uns immer einen Schritt nach vorne bringt und auch manchmal, oder häufig, einen Schritt vor die anderen, ja, uns einen Schritt vor die anderen setzt.
Interviewerin: Jetzt haben Innovationen ja auch immer was mit Scheitern zu tun. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich jede einzelne Innovation, die dir so als Transformation Leader vor die Füße fällt, auch dann tatsächlich sozusagen „Gold“ ist. Ja, wann bist du denn mit deiner Arbeit mal wirklich grandios gescheitert?
Andreas: Eigentlich ständig, weil diese, ich sag mal so, diese Innovationstätigkeiten, die beruhen ja im Grunde genommen auf Trial and Error. Man hat eine Idee, probiert die aus, die funktioniert nicht. Und sagen wir mal so, die wenigsten Ideen überleben ja im Grunde genommen oder kommen dann in so eine Phase rein, wo sie wirklich reif werden. Also insofern: Alle neuen Dinge, die man ausprobiert, führen am Anfang immer zu gewissen Frustrationserlebnissen, die aber dann auch manchmal ganz witzig sein können.
Also ich hatte anfangs mal gesagt, dass wir eben halt Kollaborationssoftware einsetzen. Und das ist jetzt bestimmt schon 25 Jahre her. Da fingen wir an, mit einem Tool, das hieß damals Lotus Notes, zu arbeiten und die Prüfungsakten im Grunde zu digitalisieren, sodass wir da mit unserem gesamten Team dann verteilt daran arbeiten. Da hatte jeder so eine, ich sag mal, Kopie dieser Datenbank auf seinem Rechner. Und als wir die dann das erste Mal zusammengeschoben haben, sind wir fast in Replikationskonflikten ertrunken. Wir wussten gar nicht, wie wir mit der Situation umgehen. Und dann stellten wir dann fest, um diese Technik zu verwenden, müssen wir uns erst mal darauf einigen, wer eigentlich an welchem Dokument arbeitet. Das war also extrem witzig.
Und dann, eben hatte ich das Stichwort schon gebracht: false positives. Als wir erstmalig anfingen, sozusagen Buchungsstoff zu analysieren, da sind wir ja natürlich dann ständig über irgendwelche Dinge gestolpert, die uns hinterher eigentlich ein bisschen naiv aussehen haben lassen. Also wir haben zum Beispiel gedacht, wir müssen uns mal alle Buchungen angucken, die hinten fünf Nullen haben, in Anführungsstrichen, im Wert. Und haben gedacht, ja, das kann ja nicht viele sein. Aber wenn man das dann bei einem großen Unternehmen macht, die dann eben halt auch Tätigkeiten in Argentinien oder in Hyperinflationsländern haben, dann kriegt man dann als Ausnahme den gesamten Buchungsstoff angezeigt, den die verbucht haben. Und das ist natürlich auch voll daneben.
Und das Letzte, was jetzt letztens passiert ist, ist – oder das Buzzword ist: Process Analytics. Unheimlich schnell eingängig. Transaktionen durchlaufen das gesamte Unternehmen. Das kriegt man in so einem Netzwerk dargestellt und unter Laborbedingungen sieht das super aus. Wenn man es in Wirklichkeit macht, ist es wie so ein Teller mit Spaghetti drauf. Das muss man erst mal alles auseinander bekommen wieder. Ja, und so entwickeln sich die Dinge. Also dieses permanente Ausprobieren, Scheitern, Versuchen, besser zu werden, ist eigentlich das, was unsere Arbeit ausmacht.
Interviewerin: Ich gehe mal davon aus, dass dich dein Studium darauf nicht so wirklich vorbereitet hat, oder? Auch insbesondere auf deine Rolle als Audit Transformation Leader. Wie kannst du dich denn überhaupt in all diesen Sachen weiterbilden? Ich nenne es mal Zukunftsaudit.
Andreas: Das gibt es nicht, das steht nicht auf dem Lehrplan. Das ist intrinsische Motivation, würde ich mal sagen. Also das hat man in sich selbst, wenn man zu einem gewissen, naja in diesem Fall, ein bisschen technikaffin ist und ständig irgendwas Neues ausprobieren will, dann kommt das dann schon von alleine, weil man ja eigentlich nur rumschnüffelt, immer wieder mal sieht: So läuft es im Moment, das könnte man anders machen. Und das trägt einen dann natürlich durch den Tag. Also das entsteht nicht auf dem Lehrplan, aber wenn man ständig Neues lernen will, auf seine Umwelt reagieren will, offen ist für technologische Entwicklungen und so weiter, dann ist man da schon relativ nah dran an dem Thema.
Und ich bin es ja auch nicht so, wie ich mich jetzt hier gerade beschrieben habe, weil ich unbedingt Transformation Leader werden wollte, sondern das wird man dann sozusagen „by accident“.
Interviewerin: Jetzt hast du dich ja gerade sehr schön beschrieben. Du hast gesagt, dass du sehr intrinsisch motiviert bist und dass du gerne rumschnüffelst. Interessiert mich natürlich als Nächstes: Was man überhaupt für Eigenschaften braucht, wenn man denn die digitale Transformation vorantreiben will? Also vielleicht auch, wenn man bei euch bei Deloitte einsteigen will. Was für Eigenschaften sollte man dann im besten Fall mitbringen?
Andreas: Ich komme jetzt nicht mit irgendwelchen fachlichen Anforderungen. Das sind, ich will es mal so sagen, da sind so notwendige Bedingungen. Was wirklich wichtig ist, ist: Lust an komplexen Themen. Lust, wenn man Lust hat, dran zu bleiben, wenn man hinterfragt, wenn man einfache Antworten sucht, aber nicht unbedingt sofort finden will. Wenn man Affinität für Tools hat, wenn man technologische Entwicklungen mag und wenn man Lust hat, ein Unternehmen zu verstehen, wenn man Lust hat zu verstehen, wie Wirtschaft eigentlich funktioniert im Unternehmen, dann ist man schon gut unterwegs.
Und wenn man dann auch noch bereit ist – und das ist jetzt witzig – wenn man dann auch noch bereit ist oder wenn man interagiert, wenn man mag, es zu interagieren, sowohl mit Menschen beim Kunden als auch im Team, das ist extrem hilfreich, weil diese ganzen Dinge, die wir jetzt hier gerade notiert haben, man darf sich das jetzt hier nicht so vorstellen, dass man da im dunklen Kämmerlein vor sieben Monitoren sitzt, sondern da findet unfassbar viel eben halt in der Interaktion mit den Mitarbeitenden beim Mandanten dann auch statt, um sich die Dinge erklären zu lassen und so weiter. Offen für alles ist immer gut.
Interviewerin: Jetzt würde ich zum Schluss gern noch wissen wollen, was du für die Zukunft voraussagst. Also wie wird sich das Feld denn weiter wandeln?
Andreas: Ja, die Prüfung, die Zukunft der Prüfung wird inhaltlich noch stärker sich auf Risiken materieller Falschdarstellungen fokussieren, als sie es vielleicht in der Vergangenheit getan hat. Manche, die jetzt hier zuhören und schon so ein bisschen fachlichen Hintergrund haben, werden sagen: Ja, das war immer schon so. Ich sage aus der Praxis: Ja, das mag sein, aber da gibt es noch Luft nach oben. Und dann kommt eben halt dazu, ich hatte das auch eben gesagt: Wenn man in Daten ertrinkt, die der Mandant einem zur Verfügung stellt, dann wird sich die Datenanalyse als solche wandeln. Und wir werden zukünftig viel mehr KI oder ja Mustererkennung in großen Datensätzen eben halt einführen, die KI-gesteuert oder durch künstliche Intelligenz gesteuert ist.
Die Prüfung als solche wird durchaus verteilter stattfinden – sowohl zeitlich als auch lokal, als auch bezogen auf die einzelnen Spezialist:innen, die arbeiten. Also die wird sich über‘s gesamte Jahr ziehen. Die Prüfung wird an mehreren Orten stattfinden, sowohl bei Mandanten, aber auch in zentralen Audit Delivery Centern, in, ich sag mal, sogenannten Centers of Expertise. Und der Prüfungsleiter oder die Prüfungsleiterin wird immer mehr zu so einer Art Dirigent, der mit sehr gutem Projektmanagement vor dem Hintergrund der Risikolage alle Spezialist:innen hier sozusagen koordiniert. Und das ist anspruchsvoll, aber eben halt effiziengetrieben.
Wir fokussieren uns auf die Risiken und versuchen, durch einen arbeitsteiligen Prozess so möglichst schnell wie möglich und eben halt mit Einsatz moderner Technologie hier ein super Produkt für die Stakeholder der Prüfung dann immer zur Verfügung zu stellen. Das ist ein Riesenthema und das macht totalen Spaß.
Interviewerin: Spannend. Ich danke dir für‘s Gespräch.
Andreas: Ja, bitteschön, überhaupt kein Problem.
Outro: You Got Mail!
Interviewerin (tippt): Lieber Andreas, danke für deine Ausführung. Ich fühle mich gut abgeholt und ich habe das Gefühl, nun genauer zu wissen, was du den ganzen Tag so machst. Witzig, dass du noch immer einen Taschenrechner nutzt, wenn auch längst nicht mehr nur den. Und spannend, wie dein Job für Transparenz sorgt und damit für Sicherheit bei Konsumierenden und Investoren und für Glaubwürdigkeit bei Unternehmen.
Vielleicht zeigst du mir mal, wie du den Bereich innovierst und mit welchen neuen Technologien du da arbeitest und wie du es immer wieder schaffst, neue Bereiche für dich zu erschließen, auch wenn du dabei manchmal scheitern musst. In diesem Sinne: Weiter so! Ich bin gespannt, was die Zukunft der Wirtschaftsprüfung noch so bringt.
Outro: Das war die erste Folge der Podcastreihe „Re: Future. Re: Economy“, produziert von Studio ZX im Auftrag von Deloitte. Ihr wollt noch mehr zum Thema Audit der Zukunft wissen? Dann hört bei der nächsten Folge wieder rein, wenn wir über das Thema Nachhaltigkeit sprechen. Unternehmen können und müssen sich nämlich auch einer Nachhaltigkeitsprüfung unterziehen. Und die ist wichtig, um Greenwashing aufzudecken und transparent zu machen, welche Dienstleistungen und Produkte wirklich nachhaltig sind.
Mehr Informationen zum Thema findet ihr unter deloitte.de und alle Folgen von „Re: Future. Re: Economy“ gibt es auf Podigee, Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt. Tschüss, bis zur nächsten Folge!