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Jobcast mit Merlin aus dem Bereich Performance Improvement & Restructuring

Merlin: Distressed M&A ist sozusagen M&A aus der Krise, das heißt vorinsolvenzlich, aber dann auch aus der Insolvenzsituation heraus.  

Host: Du hörst Merlin, der bei Deloitte im Distressed M&A tätig ist und dir von seinem Arbeitsalltag erzählt. 

Merlin: Wir haben Mitte diesen Jahres angefangen, einen Bike-Hersteller zu beraten, der als Startup begonnen hat und sehr stark gewachsen ist. Über die Jahre ist diese Branche sehr stark unter Druck geraten und wir haben diesen Prozess von Anfang an begleitet. Das heißt, wir haben gestartet mit einem Pitch, haben diesen Pitch am Ende gewonnen. Das heißt, wir haben den Prozess vorbereitet, wir haben einen Teaser erstellt, wir haben eine Longlist erstellt mit Interessenten, die wir ansprechen, haben positive Rückmeldungen bekommen und haben dann den ganzen Due Diligence Prozess mit den Interessenten begleitet: Management-Präsentation, Vorort-Termine und am Ende haben wir jetzt dieses Unternehmen verkauft. 

Extern ist es so, dass natürlich die Kunden, wenn die wissen, das Unternehmen ist in der Insolvenz, kann das einen negativen Impact haben auf den Geschäftsbetrieb. Interne Faktoren sind unter anderem, dass natürlich die Mitarbeiter mit Insolvenzantragstellung eine gewisse Nervosität haben. Die guten Mitarbeiter suchen sich natürlich nach einer gewissen Zeit auch einen neuen Job. Das heißt, wir haben ein sehr enges Zeitfenster. Ich spreche hier so von 2 bis 3 Monaten, wo man einen Investorenprozess im Distressed M&A realisieren muss, das heißt, einen Investor finden muss. 

Dass man sozusagen Rücksicht nimmt auch auf die Mitarbeiter im Unternehmen. Die stehen selber unter Druck, sind zum Teil überrascht von der Insolvenzsituation, machen sich auch Sorgen um ihre Zukunft. Das heißt, es ist ganz wichtig, dass man einfach auch mal vor Ort ist, beim Kunden, den Leuten zuhört, gewisse Rücksicht nimmt auf die aktuelle Situation. Aber natürlich auch am Ende zu dem Ergebnis kommt und die Informationen, die man benötigt, auch von den Leuten im Unternehmen erhält, dass wir am Ende das Projekt erfolgreich abschließen können. Das ist ganz wichtig.