Studydrive Career to go Podcast mit Alexander aus dem Bereich M&A
Einleitung: Wenn man relativ frisch eingestiegen ist, noch nicht so viel Erfahrung hat, dann ist es klar, dass man noch nicht alles gesehen und nicht alles gemacht hat und auch nicht alles wissen kann. Das ist absolut normal und das wird bei uns dann auch gefördert, einfach dass man sich da entwickeln kann und bei gewissen Themen einfach die Rückfragen stellen kann.
Sowohl intern mit dem Team, mit vielleicht einem Projektmanager, Senior Manager oder auch Director Partner, die dann wirklich die Projekte leiten, oder auch extern natürlich mit dem Kunden.
Intro: Career to go – Was macht man in einem bestimmten Job?
Career to go – Wie wird man fit für die Arbeitswelt?
Studydrive fragt nach.
*Interview beginnt*
Konstanze:
Hallo und herzlich willkommen zu Career to Go. Das ist der Karriere-Podcast von Study Drive und ich bin Konstanze Marie Teschner.
Unternehmensfusionen, Übernahmen und Verkäufe zählen zu den spannendsten, aber auch anspruchsvollsten Themen in der Wirtschaft, denn hinter jeder Transaktion stehen komplexe Entscheidungen, hohe Risiken und die zentrale Frage: Wie lässt sich langfristig Wert schaffen und sichern?
Genau darum geht es in dieser Folge von Career to Go. Ich spreche mit Alexander Rösler von Deloitte darüber, wie Unternehmen im gesamten M&A-Lebenszyklus begleitet werden, welche Rolle strategische Weitsicht, internationale Expertise und Technologie dabei spielen und was es braucht, um Transaktionen nicht nur erfolgreich umzusetzen, sondern Unternehmen zukunftssicher aufzustellen.
Alexander, herzlich willkommen. Ich freue mich auf das Gespräch.
Alexander: Vielen Dank, Konstanze, dass ich dabei sein darf. Ist für mich auch das erste Mal bei einem Podcast, muss ich dazu sagen, aber ich freue mich sehr, dass ich dabei sein darf.
Konstanze: Ja, sehr cool. Bevor ich dich mit ganz vielen Fragen löchern werde, möchte ich mit dir unsere Rubrik zum Kennenlernen durchspielen, würde ich mal sagen, um dich als Person ein bisschen kennenzulernen. Bist du bereit?
Alexander: Natürlich.
Konstanze: Tab Safari: Wie viele Browser-Tabs hast du gerade offen und was sagt das über deinen Arbeitsstil?
Alexander: Jetzt gerade habe ich tatsächlich gar keins offen und ich versuche es auch normalerweise im Alltag so lean wie möglich zu halten. Hilft mir einfach dabei, den Überblick zu bewahren.
Konstanze: Sehr vorbildlich. Ich wünschte, das könnte ich von mir behaupten. Das ist genau das Gegenteil.
Mikropausen: Was ist deine liebste unproduktive Minipause zwischen zwei Terminen?
Alexander: Tatsächlich fällt mir da eine, in Anführungsstrichen, unproduktive Pause ein. Und zwar spiele ich privat Fußball im Verein und es gibt eine Website, da werden alle möglichen News und Infos rund um das Thema Fußball im Amateurbereich gepostet oder Beiträge erstellt, Spielberichte erstellt. Da schaue ich ab und zu ganz gern mal rein.
Konstanze: Cool. Kopfkino: Bei welchem Thema erwischst du dich dabei, gedanklich schon drei Szenarien durchzuspielen, statt vielleicht die nächste Aufgabe einfach anzugehen?
Alexander: Fällt mir tatsächlich schwer, da jetzt etwas Spezifisches zu nennen, aber grundsätzlich versuche ich natürlich, irgendwie pragmatisch an die Aufgaben heranzugehen. Muss ich jetzt natürlich so antworten, aber ab und zu rattert es dann natürlich trotzdem.
Aber ein konkretes Beispiel habe ich jetzt tatsächlich gar keins.
Konstanze: Okay, dann lasse ich dich mal gerade so damit davonkommen. Vielleicht fällt dir ja noch mal etwas ein, dann kannst du das nachreichen.
Alexander: Ja, bestimmt.
Konstanze: Out of Office: Womit verbringst du am liebsten deine Zeit außerhalb der Arbeit? Ich kann es mir jetzt schon fast vorstellen, aufgrund deiner vorigen Antwort: Fußball.
Alexander: Richtig, Fußball ist natürlich ein großer Faktor. Da bin ich normalerweise drei- bis viermal die Woche am Platz zum Training oder für Spiele.
Ansonsten bin ich auch einfach gerne draußen mit Freunden und Familie, am besten, wenn das Wetter natürlich gut ist. Wenn ich wirklich sehr viel Zeit habe, dann widme ich mich meinem Hobby Musikproduktion. Aber ja, kommt ehrlicherweise leider etwas zu kurz.
Konstanze: Ich merke schon, du sorgst für eine gute Work-Life-Balance.
Alexander: Ja, auf jeden Fall. Ist mir persönlich sehr wichtig und hilft mir sehr, auch den Kopf freizukriegen, mental und auch körperlich einigermaßen fit zu bleiben. Und deshalb ist Work-Life-Balance für mich schon ein Thema, auf jeden Fall.
Konstanze: Alexander, vielen, vielen Dank für deine Bereitschaft, dich uns auch ein bisschen zu öffnen und deine Privatperson vorzustellen, bevor wir jetzt zu deiner Karriere bei Deloitte kommen.
Du bist über ein Praktikum bei Deloitte eingestiegen. Wie hast du das überhaupt erst mal geschafft? Wie bist du zum Praktikum gekommen und was hat denn dafür gesorgt, dass daraus eine Festanstellung wurde?
Alexander: Die Kurzfassung ist: Über eine Bekannte, die auch bei Deloitte war, bin ich zum Praktikum gekommen.
Wenn ich jetzt aber mal ein bisschen aushole, dann müssen wir ein paar Schritte zurückgehen. Und zwar: Ich bin in München geboren und aufgewachsen, bin hier zur Schule gegangen und habe hier mein Abitur gemacht.
Nach dem Abitur hatte ich dann so eine kleine Phase, wo ich einfach ein bisschen ausprobiert habe, verschiedene Praktika in verschiedenen Bereichen. Mich dazu entschlossen, dann eine Ausbildung im Bereich Steuern zu machen, und das war dann eigentlich so mein erster Schritt in den Bereich Accounting, Finanzen.
Ich habe da sehr viele Grundlagen lernen dürfen, sehr viele interessante Mandate auch betreuen dürfen und ja, hat mir super Spaß gemacht. Es war auch eine sehr lehrreiche Zeit. Und ich dachte mir dann: Ja, kann es nicht gewesen sein.
Ich habe mich dann für ein Studium an der LMU eingeschrieben, ganz klassisch BWL, aber ich wusste schon, dass es eben weiter in Richtung Finanzen, Accounting gehen soll. Habe mich da dann auch spezialisiert.
Passend dazu bin ich dann an den Praktikumsplatz bei Deloitte gekommen. Das hat dann ganz gut geklappt. Das Praktikum war Ende 2020, also mitten in Corona. Es war natürlich von sehr viel Unsicherheit geprägt, aber ich wusste schon, dass mein Studium dann vermutlich gegen Anfang, Mitte 2021 sich dem Ende neigen wird.
Dementsprechend habe ich dann auch geguckt, wie es mit einem Festeinstieg bei Deloitte aussieht und ja, hat, glaube ich, ganz gut geklappt.
Über das Praktikum hat man sich natürlich sehr gut kennenlernen dürfen, sehr gute Einblicke auch in die Arbeit bekommen dürfen. Das hat dann dazu geführt, dass ich im September 2021 als Consultant bei Deloitte fest einsteigen durfte.
Konstanze: Ja, wow. Wie du gerade schon sagtest: So ein Praktikum ist halt einfach wirklich ein guter Weg, zum einen für einen selbst, den Arbeitgeber kennenzulernen, aber auch, sich selbst zu präsentieren. Also in beide Richtungen ist das ja echt nützlich.
Alexander: Absolut. Ich persönlich und wir bei Deloitte sehen es auch immer als gegenseitiges Kennenlernen. Natürlich muss es für beide Seiten passen.
In meinem Fall hatte ich das Glück, dass es sowohl für Deloitte als auch für mich gut gepasst hat. Dementsprechend war das dann eigentlich auch ein relativ entspannter Übergang vom Praktikum in die Festeinstellung.
Konstanze: Was sind die Kernaufgaben des Strategy, Risk and Transaction Service, insbesondere des Transaction Diligence Teams?
Alexander: Der Bereich Strategy, Risk and Transactions ist einer von vier sehr großen Bereichen bei Deloitte. Dazu gehören dann noch Audit and Assurance, Tax and Legal und Technology and Transformation. Klassisches Consulting-Business bei Deloitte.
Wir im Bereich Strategy, Risk and Transactions sind noch mal unterteilt in verschiedene Beratungsdienstleistungen, die wir anbieten. Wie der Name schon sagt, geht es da sehr viel um Strategie, also Strategy, Business Design, auch Sustainability-Themen. Und dann ist alles rund ums Thema M&A in dem Bereich auch abgedeckt.
Wir im Transaction Diligence Team bei uns in München sind spezialisiert auf Financial Due Diligence. Das sind Finanzanalysen von Unternehmen, die sich in einem Kauf- oder Verkaufsprozess befinden.
Da machen wir wirklich alles rund ums Thema Finanzanalysen, supporten bei Kaufpreisverhandlungen im M&A-Prozess, also sowohl auf der Verkäufer- als auch auf der Käuferseite, und bieten da wirklich alles rund ums Thema Finanzen an.
Konstanze: Vielen Dank, dass du mir dieses komplexe System so runtergebrochen hast. Wie du schon sagtest, es sind vier große Kernbereiche und das untergliedert sich dann immer noch.
Um es aber noch besser verstehen zu können, würde ich mich dafür interessieren, wie so eine typische Arbeitswoche von dir aussieht. Also: Welche Aufgaben kommen auf dich zu? Welche Tools benutzt du? Hast du viele Meetings? Nimm mich da mal mit an deinen Schreibtisch.
Alexander: Eine typische Arbeitswoche gibt es eigentlich nicht wirklich. Das hängt immer sehr stark von der Phase ab, in der wir uns in einem Projekt befinden.
In der Regel sind unsere Aufgaben, wie gesagt, Finanzanalysen zu erstellen. Ein Projekt dauert typischerweise vier bis sechs Wochen oder acht Wochen. Gerade am Anfang ist man immer sehr viel damit beschäftigt, einen vernünftigen Plan für das Projekt aufzustellen, zu schauen, welche Daten man überhaupt hat, welche Daten man bekommen kann und wie man sie am besten verarbeitet.
Im Laufe des Projekts entwickelt sich das dann immer weiter dahin, wirklich tiefer ins Detail zu gehen, sich die Daten anzuschauen und zu analysieren. Und gegen Ende des Projekts werden natürlich die ganzen Findings zusammengetragen und an unseren Mandanten übergeben.
Konstanze:
Okay, dann machen wir es noch mal praktischer. Kannst du mir ein Projekt beschreiben? Also: Wie macht ihr den Kickoff? Was gibt es für einzelne Phasen, in denen du besonders involviert bist?
Alexander:
In der Regel startet ein Projekt, wie du schon gesagt hast, immer mit einem Kickoff. In dem Kickoff wird so ein bisschen der grobe Fahrplan besprochen. Also: Was für Daten bekommen wir? Was für Analysen brauchen wir? Was sind die Schwerpunkte?
Und dann natürlich auch: Wann sollen welche Deliverables geliefert werden? Also: Werden jetzt wöchentlich Update-Calls gehalten, bei denen wir reporten, oder liefern wir einfach am Ende vom Projekt quasi eine Zusammenfassung oder die Findings von unseren Analysen? Das ist auch immer sehr individuell.
Typischerweise bekommen wir dann nach dem Kickoff langsam Daten, die wir dann verarbeiten müssen. Das sind alles Mögliche rund ums Thema Finanzen, also zum Beispiel Entwicklung von Umsätzen, Entwicklung von Kosten, Entwicklung von gewissen Bilanzpositionen und dann natürlich auch, nach vorne blickend, einen Businessplan, wenn es einen gibt. Manchmal supporten wir auch bei der Erstellung eines Businessplans.
So läuft das Projekt dann an und im Laufe des Projekts werden eben diese Daten analysiert. Wir schauen uns genau an: Was sind die Entwicklungen aus der Vergangenheit? Wie passt das zusammen mit der Planung des Unternehmens?
Im Endeffekt läuft es dann darauf hinaus, dass unser Kunde einen Kaufpreis für das Unternehmen, das er kaufen oder verkaufen möchte, abschätzen kann, den er zahlen muss oder bekommen kann. Und dann natürlich auch: Was ist eigentlich wirklich passiert in den letzten paar Jahren und was ist geplant, was noch passieren wird? Das ist so ein bisschen der Überblick.
Konstanze:
Gibt es da viel Hin und Her mit dem Kunden? Kommt es oft vor, dass ihr im Austausch steht und noch mal Fragen stellt oder die Fragen haben, oder arbeitet ihr eher intern bei euch im Team miteinander? Wie kann ich mir den Austausch vorstellen?
Alexander:
Also grundsätzlich arbeiten wir sehr eng im Team zusammen, intern. Wir sind normalerweise drei bis fünf Personen auf einem Projekt, kann aber auch mal mehr oder weniger sein, hängt dann immer von der Größe und von den individuellen Bedürfnissen ab.
Und die Abstimmung mit unserem Kunden erfolgt auch immer sehr eng. Wir versuchen unseren Kunden natürlich immer wieder Updates zu geben und auch herauszufinden: Was sind jetzt eigentlich die Fokusthemen, die unseren Kunden interessieren? Und dementsprechend machen wir dann mit unserer Arbeit weiter und treiben unsere Themen voran.
Und da ist es auch wieder immer individuell. Es gibt Projekte, da bist du wirklich täglich im Austausch, da hast du Daily-Update-Calls. Es gibt aber auch Projekte, da bist du einmal wöchentlich im Austausch. Das hängt dann immer sehr von den individuellen Bedürfnissen ab.
Konstanze:
Wenn jedes Projekt anders ist und jedes Projekt individuelle Bedürfnisse hat, musst du dich ja sicherlich auch immer so ein bisschen individuell anpassen. Was würdest du sagen, welche Skills brauchst du, um das gut zu tun – sowohl fachlich als auch in Richtung Soft Skills? Was hast du dir da schon angeeignet?
Alexander:
Das Fachliche hilft natürlich sehr stark und eine fachliche Entwicklung macht man auch automatisch, wenn man einige Projekte gesehen hat. Das hilft auch immer bei der Projektplanung, bei der Geschwindigkeit der Verarbeitung der Themen und bei der Geschwindigkeit der Analysen.
Aber ich glaube, fast wichtiger ist eigentlich, eine gewisse Flexibilität zu haben. Also auch mal Prioritäten umschichten, sage ich jetzt mal. Themen, die vielleicht gestern von hoher Bedeutung waren, sind es vielleicht heute nicht mehr. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Skill, da einfach flexibel zu sein.
Und dann natürlich Kommunikation, dass man sich mit dem Team immer austauscht, wenn man Fragen hat, auch diese Fragen stellt oder Themen hat, die man besprechen möchte, dass man dann dafür sorgt, dass man die auch besprechen kann.
Und ja, das ist so ein bisschen in Richtung Soft Skills, würde ich sagen, das Entscheidende.
Konstanze:
Ja, ich finde es ganz wichtig, dass du sagst, dass man sich auch traut, bestimmte Themen zu besprechen, bei denen man vielleicht unsicher ist, wo man vielleicht noch nicht genügend Wissen hat, zum Beispiel als Einsteiger, da sich auch zu trauen, in den Austausch zu gehen und Hilfe einzuholen. Finde ich sehr wichtig.
Alexander:
Absolut. Und ich glaube, das ist auch ein ganz normales Thema. Also wenn man relativ frisch eingestiegen ist, noch nicht so viel Erfahrung hat, dann ist es klar, dass man noch nicht alles gesehen und nicht alles gemacht hat und auch nicht alles wissen kann.
Das ist absolut normal und das wird bei uns dann auch gefördert, dass man sich da entwickeln kann und bei gewissen Themen einfach die Rückfragen stellen kann – sowohl intern mit dem Team, mit vielleicht einem Projektmanager, Senior Manager oder auch Director Partner, die dann wirklich die Projekte leiten, oder auch extern natürlich mit dem Kunden.
Konstanze:
Wie gehst du mit Deadlines, mit Peak-Phasen und wechselnden Prioritäten um? Die hast du ja gerade auch schon ein bisschen angesprochen. Was hilft dir dabei, in der Balance zu bleiben, die dir ja auch wichtig ist? Das hattest du ja auch gerade gesagt. Und natürlich ist es ja auch allgemein gut, da für sich zu sorgen.
Alexander:
Also grundsätzlich ist es wichtig, einfach vorausschauend zu arbeiten und zu planen, um zu verstehen: Wann ist die Deadline eigentlich genau und was sind die Bedürfnisse? Also: Was müssen wir liefern? Was muss bis dahin alles erledigt werden? Das hilft natürlich sehr.
Natürlich kann sich aber auch mal eine Deadline verschieben, sowohl nach hinten als auch nach vorne, aber auch vielleicht im Umfang. Also vielleicht ändern sich die Bedürfnisse oder die Anforderungen, die unser Kunde bis zur Deadline sehen möchte.
Und dementsprechend kommen wir hier eigentlich auch wieder zum Thema Flexibilität und zum Thema Kommunikation. Ich habe es eigentlich selten erlebt, dass wir eine Deadline wirklich gar nicht halten können. Aber wenn es große Probleme gibt oder Themen, die man einfach besprechen muss, um eine Deadline zu halten, dann ist Kommunikation aus meiner Sicht das Entscheidende – sowohl intern als auch mit dem Kunden.
Und in der Regel gab es da eigentlich nie größere Probleme.
Und dann eben auch das Thema Priorisierung: Dann muss man wieder gucken, wenn sich irgendwas ändert oder eine Deadline vielleicht doch nicht so kommt, wie sie vereinbart wurde, wie reagiere ich jetzt am besten darauf und wie gehe ich gut mit der Situation um.
Manchmal ist einfach der beste Weg auch, ein bisschen mehr Gas zu geben, aber das ist absolut nicht der einzige Weg.
Konstanze: Hast du sehr gut gesagt, dass das durchaus auch mal erforderlich ist, sich vielleicht auch mal eine Stunde länger hinzusetzen. Besonders die Zusammenarbeit im Team macht es dann auch möglich, gemeinsam zum Ziel zu kommen.
Alexander: Genau, ich möchte noch einmal betonen: Natürlich, wir sind in der Beratung, wir sind auch im M&A-Bereich, und da gehört es einfach mal dazu, hier und da eine Stunde länger zu sitzen. Aber ich glaube, bei uns hält sich das auf jeden Fall auch in Grenzen und man wird auf jeden Fall auch belohnt oder vergütet, in irgendeiner Form, dafür.
Konstanze: Du hast es gerade schon angesprochen: die Kommunikation und die Arbeit im Team. Wie kann ich mir das vorstellen, besonders hinsichtlich der Rollen, der Feedback-Kultur? Oder vielleicht gibt es auch Mentoring-Programme? Und was schätzt du besonders an der Arbeitskultur bei Deloitte?
Alexander: Also ich würde mal vielleicht mit dem letzten Teil der Frage starten. Was ich besonders an der Kultur bei Deloitte schätze, ist wirklich die Zusammenarbeit und die Offenheit im Team. Das heißt, man hat immer jemanden, den man fragen kann, sei es zu fachlichen Themen oder zu organisatorischen Themen.
Das ist, glaube ich, ein sehr wichtiges Thema, auch einfach, um sich zu entwickeln. Also da ist man wirklich sehr flexibel. Man hat in der Regel einen Mentor, bis zu einem gewissen Level. Ab einem gewissen Level wird man dann auch selbst zum Mentor und das ist dann eigentlich auch eine für mich persönlich sehr interessante Entwicklung. Das macht die Kultur bei Deloitte aus.
Wenn ich jetzt mal auf das Setup bei einem Projektteam eingehe: In der Regel, ich habe es ja vorhin schon angesprochen, sind wir drei bis fünf Personen, die wirklich operativ auf einem Projekt arbeiten. Davon übernimmt eine Person das Management vom Projekt, plant die Aufgaben, die To-dos, auch das Setup vom Team auf dem Projekt.
Und dann gibt es in der Regel zwei bis drei oder vier weitere Personen, die Teilbereiche von den Projekten übernehmen. Das heißt zum Beispiel übernimmt eine Person die Analyse der Umsätze eines Unternehmens, die andere Person übernimmt vielleicht Businessplan-Themen.
Am Ende ist man dann eben sehr eng im Austausch, muss sich gegenseitig immer updaten, um auch zu schauen: Welchen Impact haben gewisse Findings aus einem Bereich für den anderen Bereich?
Das Ganze läuft dann in der Regel auch in gemeinsamen Calls zusammen und der Manager oder das Team gemeinsam schaut sich an, wie man in gewissen Situationen umgehen muss, beispielsweise auch, wenn sich eine Deadline ändert oder sich die Anforderungen an ein Projekt ändern.
Und dann gibt es natürlich auch die Kommunikation nach außen. Die erfolgt in der Regel über einen Manager oder Director/Partner, je nachdem, wer auf dem Projekt ist. Es kann aber auch sein, dass man als Consultant direkt in den Austausch mit Kunden geht.
Also da ist man nicht festgelegt, wer mit wem kommunizieren sollte. Das ist ganz flexibel und hängt immer von den Themen ab.
Konstanze: Wie nimmst du die Trainings- und Entwicklungsangebote bei Deloitte wahr? Gibt es ein Training, das dir besonders gut im Gedächtnis geblieben ist?
Alexander: Grundsätzlich wird bei Deloitte rund um das Thema Training und Entwicklung wirklich sehr viel angeboten. Das können sowohl Online-Trainings sein, aber auch Onsite-Trainings, also live vor Ort.
Es gibt tatsächlich auch eine Deloitte University in Paris, zu der man für mehrtägige Trainings fahren kann.
Was mir persönlich sehr gut in Erinnerung geblieben ist, ist ein Training, das ich damals als relativ frischer Consultant in Frankfurt hatte. Da haben wir uns mit anderen Consultants und Senior Consultants aus ganz Deutschland getroffen.
Da ging es dann viel um fachliche Themen, aber auch um Soft Skills, um Projektplanung, Präsentationstraining und Kommunikationstraining. Das ging über zwei bis drei Tage und da hat man wirklich sehr viel gelernt, konnte gut networken und einfach die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Standorten kennenlernen. Das hat natürlich sehr viel Spaß gemacht.
Was Deloitte natürlich auch bietet, ist Unterstützung bei Fortbildungen, wie zum Beispiel dem Wirtschaftsprüfer, dem Steuerberater oder den internationalen Äquivalenten dazu. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Thema für Deloitte: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln, die fachlichen Skills, aber auch die Soft Skills zu fördern und weiterzuentwickeln. Das ist mir persönlich auch sehr wichtig.
Was für mich aber wirklich das beste Training ist, muss ich sagen, ist einfach „on the job“. Also wirklich im Berufsalltag. Da nimmt man meiner Meinung nach einfach am meisten mit und verbringt ja logischerweise auch am meisten Zeit damit.
Konstanze: Was können denn Studierende konkret tun, um sich vorzubereiten, wenn sie bei Deloitte einsteigen wollen? Und ich glaube, du bist auch in Bewerbungsprozessen beteiligt: Wie sticht man da heraus?
Alexander: Für uns persönlich ist es eigentlich ein Mix aus mehreren Themen. Zum einen müssen natürlich die fachlichen Basics vorhanden sein. Klar, das ist ein wichtiges Thema, aber nicht das allerwichtigste und auch nicht das entscheidende.
Für uns spielen auch der Personal Fit und der Team Fit eine sehr wichtige Rolle. Das heißt: Können wir uns vorstellen, mit der Person im Team zu arbeiten? Oder kann sich die Person auch vorstellen, mit uns auf einem Projekt zu arbeiten?
Wenn man sich das vor Augen führt, dann ist eigentlich auch unser Interviewprozess genauso aufgebaut. Ich kann da jetzt natürlich nur für unser FDD-Team in München sprechen, aber ich glaube, das ist stellvertretend für mehrere Bereiche bei Deloitte.
Unser Interviewprozess besteht in der Regel aus zwei Teilen. Die dauern jeweils eine halbe Stunde bis eine Stunde.
Der erste Teil ist ein persönliches Kennenlernen, bei dem man sich austauscht, ein bisschen über den CV spricht, aber auch Themen abseits des CVs behandelt und sich wirklich kennenlernt. Man versteht: Wer ist das Gegenüber? Was zeichnet die Person aus?
Der zweite Teil ist dann das Fachliche. Da geht es in der Regel um eine kleine Case Study. Dabei geht es uns aber nicht darum, dass die Case Study perfekt gelöst ist, sondern dass ein Grundverständnis für unsere Arbeit vorhanden ist und dass man vielleicht auch ein bisschen um die Ecke denken kann.
Grundsätzlich muss es einfach zum Gesamtbild passen, das ist uns am wichtigsten.
Konstanze: Alexander, ich danke dir sehr für diesen aufschlussreichen Deep Dive in deinem Themenfeld und natürlich auch für die praktischen Ratschläge, die du unseren Hörerinnen mit an die Hand gegeben hast. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die eine oder der andere jetzt motiviert ist, auch bei euch einzusteigen.
Alexander: Ja, das freut mich natürlich und wir freuen uns über jede Bewerbung.
Konstanze: Liebe Hörerinnen, vielleicht ist ein Praktikum auch der richtige Einstieg für euch. Werft also mal einen Blick in die Shownotes. Dort findet ihr alle Infos und Links zu Deloitte.
Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und auf Wiederhören.